100 Jahre Ehrenamt

50 Jahre Jugendfeuerwehr

in Horb-Dettingen am 18.07.2026


Von der Brandbekämpfung zur Freiwilligen Feuerwehr, ein Streifzug durch die Geschichte

Es wird in Dettingen nicht anders gewesen sein als im restlichen Hohenzollern, dass der Nachtwächter der erste Feuerwehrmann war. In der Dettinger Nachtwächterverordnung von 1891 heißt es unter Anderem: "Die Nachtwächter haben alle Mängel welche in polizeilicher Hinsicht vorkommen, wohin hauptsächlich die feuerpolizeilichen Mängel gehören, sogleich beim Bürgermeisteramt anzuzeigen." Mit dem Ruf "Feurio" hatte er vor der Feuersgefahr zu warnen.

Der größte Brand in Dettingen war wohl der vom Jahr 1742. Pfarrer Gubelman schrieb damals ins Taufbuch: "Am Pelagiustag war ein ganz grausames Feuer ausgebrochen und hat fast die ganze Substanz der Pfarrei zerstört. 40 Gebäude mit ihren Sommerfrüchten wurden eingeäschert und 206 Häupter wussten nicht wo zu übernachten. Im Laufe der revolutionären Unruhen brannten 1849 die "herrschaftlichen Nebengebäude" ab, Standort der heutigen Schloß-Scheuer und des heutigen Gemeindezentrums St. Peter. Der Pfarrer schrieb damals ins Familienregister: Das Feuer scheint gelegt worden zu sein.

Das Feuerkiebelesgeld

Über Jahrhunderte wurde in der Gemeinde das "Feuerkiebelesgeld" von jedem neuzugezogen oder neu verheirateten Dettinger verlangt, der in das Aktivbürgerrecht aufgenommen wurde. Im Jahre 1734 musste in Dettingen für den "Fewer Aymer" 55 Kreuzer bezahlt werden. Einhundert Jahre später, am 5. März 1834 hatten der Dettinger Schultheiß Zahn und Bürgermeister Christian Kronenbitter bei Johann Daiber in Böblingen, 29 Stück neue Feuereimer bestellt. Dieselben mussten 4 Maß halten und aus gutem Kuhleder gemacht sein, als Liefertermin wurden 6 Wochen vereinbart. Nach den Gemeinderechnungen von 1857 wurde an "Feuerkiebelesgeld" 1 Gulden und 30 Kreuzer erhoben.

Die Feuerwehrmagazine

Im Prämissenbuch wird 1837 angegeben: das Feuerspritzenhaus und Waschhaus befindet sich gegenüber der Krone. 1842 befindet sich das Spritzenhaus an der Stelle des später 1864 erbauten Backhauses, heute Volksbank. Zum Bau dessen wurde die Umfassungsmauer des Schloßgartens teilweise abgetragen und die Steine zum Bau des neuen Backhauses verwendet. Das Spritzenhaus befindet sich jetzt 1864 mit dem Backhaus "unter einem Dach." 1897 wird beanstandet, dass sich der Leichenwagen im Feuerwehrmagazin befindet. 1909 werden in Dettingen die ersten Straßen-Hydranten gebaut.

1938 wurde hinter dem Schloß ein neues "Feuerwehrgerätehaus" erbaut. Der Kosten- Voranschlag belief sich auf 877 Mark.

Beim Entwurf bemerkt der Kreisbrandmeister unter anderem: "Im Requisitenraum müssen die beiden Fenster so angelegt werden, dass in der Mitte der Rückwand eine Fjäche bleibt als Ehrenplatz für das Bild des Führers und den verdienten Kameraden der Wehr."

1989-1991 wurde die Schloß-Scheuer umgebaut und im unteren Stockwerk wurde mit viel Eigenleistung der Feuerwehr das neue Magazin mit 3 Stellplätzen und einem Unterrichtsraum erstellt.

Die Freiwillige Feuerwehr Dettingen

Am 19. April 1927 berichtet Bürgermeister Roth, an das Landratsamt, dass im Oktober 1926 in Dettingen eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde, da die existierende Pflichtfeuerwehr "unzuverlässig" war. Schon im September des gleichen Jahres berichtet der Bürgermeister, dass die Freiwillige Feuerwehr eine Stärke von 50 Mann habe. Er stellt die Frage ob die Pflichtfeuerwehr jetzt aufgelöst werden dürfe. Er halte zwei Feuerwehren im Ort für unnötig. Kreisbrandmeister Schmig in Hechingen antwortet: Die Pflichtfeuerwehr kann nicht aufgelöst werden und muss neben der Freiwilligen Feuerwehr bestehen.

Den ersten Brandeinsatz hatte die Freiwillige Feuerwehr Dettingen bei einem Wohnhausbrand im Nachbarort Betra im Jahre 1927 oder 1928.

1931 brannte die Hirschbrauerei in Dettingen. Hier kam auch zum ersten Mal das neue LF15 des "Automobil-Löschzugs" aus Hechingen zum Einsatz.

1934 brennt in Neckarhausen das Sägewerk. Bei diesem Einsatz kam auch die aus dem Jahre 1705 stammende Handdruckspritze zum Einsatz. Sie wurde mit Pferden nach Neckarhausen gezogen. Davor hatten 2 Landwirte eine Wette gemacht, dass derjenige der seine Pferde zuerst vor der Spritze einspannt, vom anderen ein Fass Bier erhält.

1936 findet in Dettingen das "Bezirksfest des hinteren hohenzollerischen Bezirkes" statt.

Im III. Reich bekam die Feuerwehr neue Aufgaben.

Wie bereits erwähnt, wird 1938 hinter dem Schloß ein neues "Feuerwehrgerätehaus" erbaut. Bei einer Nachprüfung durch den Feuerwehrführer in Hechingen sind von der Dettinger Freiwilligen Feuerwehr noch folgende Gegenstände zu beschaffen: Weitere Helme und Gurte und Nothaken zur Selbstrettung. Die Wehr sollte einen Spielmannszug haben und zwei Rauch- oder Gasmasken sind anzuschaffen. Während dem Il. Weltkrieg werden Merkblätter für das Suchen und die Unschädlichmachung von Brandplättchen und Brandbomben verteilt.

1941 werden alle Hausbesitzer aufgefordert, eine vorgeschriebene Handfeuerspritze, eine Feuerpatsche, zwei Wassereimer, Sand, eine Schaufel, ein Beil, und Einreißhaken bereitzustellen.

1943 wird innerhalb der Hitlerjugend eine sogenannte HJ- Feuerwehr gegründet, die am Hydranten Wagen ausgebildet wird. Außerdem wird noch eine Frauenlöschgruppe aufgestellt, die ebenfalls am Handkarren ausgebildet wurde.

Im Mai 1943 wurde der Einachsanhänger TSA 1006- Nr. 1016 mit einer Magirus Kraftspritze -TS- 800 L/min. angeschafft. Dieser Anhänger war Teil des "Löschverbandes Dettingen-Empfingen"

Im Jahr 1945 wird von der französischen Besatzungsmacht eine Feuerwehr in der Stärke von 18 Mann wieder zugelassen.

Jeder Feuerwehrmann erhielt einen Ausweis mit Lichtbild und genaue Angaben über seine Person und seinen Verwendungszweck bei der Feuerwehr. Diese Ausweise wurden von der Besatzungsbehörde unterschrieben.

Anlässlich der 100-Jahr Feier der Feuerwehr Rangendingen wird erstmalig das Leistungsabzeichen auf Kreisebene abgenommen. Die Feuerwehr Dettingen nimmt an diesem Wettkampf mit einer Mannschaft teil.

Die Disziplinen waren: 1000 m-Lauf, 100 m-Lauf, 2 m-Weitsprung, 70 cm Hochsprung, Schlauch auswerfen, Leiterübung, Retten und Selbstretten, Regelangriff mit TS8, 3 theoretischen Fragen pro Teilnehmer.

24.08.1964

Ein großer Tag für die Feuerwehr. Bürgermeister, Kommandant und einige Kameraden fahren nach Giengen zur Firma Ziegler und holen das TSF ab, das den TS-Anhänger ersetzen soll.

Nach einer Werksführung mit Mittagessen geht es mit dem neuen Fahrzeug nach Hause.

Ebenfalls 1964 erhält Dettingen ein Tanklöschfahrzeug auf Unimog-Basis vom "Zivilen Brandschutz". Leider ist von diesem Fahrzeug kein Foto vorhanden.

Anfang des Jahres 1967 wurde in der Jahres-Hauptversammlung beschlossen, anlässlich des Bezirksfeuerwehrfestes eine Fahne zu beschaffen. Der Männergesangverein stellte hierfür ein zinsloses Darlehen zur Verfügung. Ein Feuerwehrkamerad hat keine Mühe gescheut, und in einer von Haus-zu-Haus Aktion fast die Hälfte des erforderlichen Betrages an Spenden gesammelt. Als Fahnenpate konnte die Feuerwehr Haigerloch gewonnen werden.

21.05.1967

Eine Abordnung fährt nach Dettingen/Konstanz. Sinn des Besuches war laut Protokollbuch "andere Dettinger aus der Bundesrepublik kennenzulernen". Bei diesem Treffen wurde beschlossen zum Bezirksfeuerwehrfest in unserem Dettingen alle Dettinger Feuerwehrkameraden aus der Bundesrepublik einzuladen.

22. - 24.07.1967

Bezirksfeuerwehrfest mit Fahnenweihe und 1. Treffen aller Dettinger Feuerwehren

Nach dem offiziellen Teil mit Begrüßungen und Ehrungen am Samstag fand ein "Bunter Abend" mit dem damals weitbekannten Rundfunk-Fritzle und den Stadtjodlern aus St. Gallen statt.

Der Sonntag begann mit dem Festgottesdienst und der Fahnenweihe. Auf dem Festplatz fanden Abnahmen zum Leistungsabzeichen statt.

Am großen Festumzug nahmen neben den örtlichen Vereinen auch 58 Feuerwehren teil. Nach dem Umzug fand auf dem Festplatz eine Übung mit 15 Fahrzeugen und 100 Mann statt.

Von den 9 eingeladenen Dettingen nahmen 7 am Fest teil.

Fahnenweihe

Leistungsabzeichen

Am Montag fand zum Abschluß ein Kinderfest statt. Höhepunkt war die Schauübung der extra für das Fest gebildeten Jugendgruppe, die einen Löschangriff mit dem TSF und einer TS 2/5 zeigten.

01.12.1971

Durch die Eingemeindung nach Horb wird aus der "Freiw. Feuerwehr Dettingen" die "Freiw. Feuerwehr Horb - Abteilung Dettingen"

26.04.1975

Fahrzeugübergabe des neuen LF-8, ein Opel Blitz. Das LF-8 löst den Unimog des "Zivilen Bevölkerungsschutzes" ab.

Am 12.03.1976 wurde bei der Hauptversammlung der Abteilung Dettingen die Jugendfeuerwehr Dettingen gegründet.

08.06. - 14.06.1981

Die Jugendfeuerwehr veranstaltet ein Zeltlager in Dettingen/Konstanz

12./13.09.1981

In Dettingen findet das 2. Jugendfeuerwehrtreffen des Landkreises Freudenstadt statt. Bei diesem Treffen wurde auch ein Wimpel an die Jugendfeuerwehr Dettingen übergeben.

25.09.1982

Unsere Jugendfeuerwehr nimmt als erste Jugendfeuerwehr des Landkreises Freudenstadt an den Bundeswettkämpfen auf Landesebene in Weinheim statt und belegt den 22. Platz

15.07.1984

Kreisjugendtreffen in Dettingen

16.09.1984

Die Jugendfeuerwehr fährt zum "Landesentscheid der Jugendfeuerwehren" nach Gaggenau

22.06.1986

Unsere Jugendfeuerwehr wird 10 Jahre alt! Aus diesem Anlass fand das Kreisjugendtreffen bei uns statt. Die Aktive Wehr kann dieses Jahr auf 60 Jahre freiwilliges Löschwesen zurückblicken.

März 1988

Die Umbau-Maßnahmen an der Schloß- Scheuer haben begonnen. Beim Ausräumen des Heu’s fanden wir eine gespannte, aber eingerostete Marderfalle, sowie einen Grenzstein mit Jahreszahl. Außerdem wurde die letzte Maus lebend gefangen und in den Farrenstall umquarteiert.

14-19.02.1990

Tagelange Regenfälle verwandeln den Neckar in einen reißenden Strom. Für Dettingen war es das schwerste Hochwasser seit Jahren. Das dritte Foto zeigt das ganze Ausmaß.

07.07.1991

An der Einmündung Richtung Neckarhausen stoßen beim Abbiegen ein Leichtkraftrad und ein Motorrad zusammen. Auf dem Leichtkraftrad saßen 3 Personen. Die Bilanz des Unfalls 3 Tote und 2 Schwerverletzte.

03.11.1991

Heute findet der Umzug vom Floriansstüble und vom alten Gerätehaus in die Schloß-Scheuer statt.

07.12.1991

Unsere erste Hauptversammlung im neuen Unterrichtsraum in der Schloß-Scheuer.

25./26.04.1992

Offizielle Einweihung unseres neuen Gerätehauses in der Schloß-Scheuer. Vom ersten Arbeitseinsatz am 27.02.1988 bis heute wurden durch unsere Abteilung 2.200 Arbeitsstunden geleistet.

Auf dem Foto ist in der dritten Box das TSF der "Stadtjugendfeuerwehr Horb" zu sehen, das bis zu seinem Dienstende am 30.09.2009 bei uns untergestellt war.

19.02.2008

Abholung des neuen StLF 10/6 Funkrufname "Horb 8/40"

Die beiden neuen Fahrzeuge für Altheim und Dettingen

29./30.03.2008

Offizielle Fahrzeugübergabe des neuen StLF verbunden mit dem 42. Dettinger-Treffen in der Schloß-Scheuer.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der "Backdraft-Girls"

25.08.2008

Das Ökonomiegebäude eines Feuerwehrkameraden steht durch Brandstiftung im Vollbrand. 80 Schweine kamen dabei ums Leben.

18.01.2014

Heute beginnt der praktische Teil der Ausbildung "Einfache Rettung aus Höhen und Tiefen (ERHT)" Die Abt. Dettingen soll diesen Aufgabenbereich im Stadtgebiet Horb übernehmen.

ERHT-Übungen

22.07.2021

Auf dem Priorberg brennt die Schreinerei Schurg. Beim Eintreffen stand die Werkstatt schon im Vollbrand und hatte auf das Wohnhaus übergegriffen. Zur Wasserversorgung wurde ein Pendelverkehr von Dettingen und Dürrenmettstetten eingerichtet. Es kamen keine Personen und Tiere zu Schaden.

Die Hauskatze wurde durch die Polizei Horb gerettet.

12.09.2025

Unser MTW ist dal!

Abteilungskommandanten in Dettingen seit 1926

Fridolin Beuter 1926 - 1939 (13 Jahre)
Johannes Legler 1939 - 1945 (6 Jahre)
Josef Breier 1945 - 1960 (15 Jahre)
Peter Kronenbitter 1960 - 1973 (13 Jahre)
Hubert Asprion 1973 - 1978 (5 Jahre)
Gerhard Hägele 1978 - 1990 (12 Jahre)
Helmut Breisinger 1990 - 1998 (8 Jahre)
Thomas Hofer 1998 - 2021 (23 Jahre)
Frank Heinrich-Zeller seit 2021

Ehrenkommandanten in Dettingen

Johannes Legler
Peter Kronenbitter
Gerhard Hägele

Stellv. Abteilungskommandanten in Dettingen seit 1926

Eugen Hellstern 1926 - 1933 (7 Jahre)
Johannes Legler 1933 - 1939 (6 Jahre)
Fridolin Breier 1939 - 1956 (17 Jahre)
Peter Kronenbitter 1956 - 1960 (4 Jahre)
Richard Sattelberger 1960 - 1973 (13 Jahre)
Alfred Kronenbitter 1973 - 1977 (4 Jahre)
Gerhard Hägele 1977 - 1978 (1 Jahr)
Helmut Breisinger 1978 - 1990 (12 Jahre)
Wolfgang Kronenbitter 1990 - 2008 (18 Jahre)
Heinz Kronenbitter 1998 - 2019 (21 Jahre)
Frank Heinrich-Zeller 2019 - 2021 (3 Jahre)
Marco Renner seit 2021

Schriftführer in Dettingen

Berthold Beuter 1957 - 1969 (12 Jahre)
Georg Steinwand 1969 - 1977 (8 Jahre)
Alwin Rank 1977 - 1978 (1 Jahr)
Gotthardt Hartmann 1978 - 1982 (4 Jahre)
Wolfgang Kronenbitter seit 1982

Kassierer in Dettingen

Rudolf Kronenbitter bis 1956
Josef Müller 1956 - 1965 (9 Jahre)
Günther Hiller 1965 - 2007 (42 Jahre)
Arno Tittjung 2007 - 2018 (11 Jahre)
Niklas Tittjung seit 2018

Die komplette Abteilung mit JFW und Altersabteilung 2025